158 Empfehlungen für Nordrhein-Westfalen.
Zu viel Wasser auf einmal – oder über Wochen zu wenig: Nordrhein-Westfalen muss sich künftig noch stärker auf Wetterextreme einstellen. Nach zwei Jahren intensiver Arbeit hat die Enquetekommission „Wasser in Zeiten der Klimakrise“ des Landtags ihren Abschlussbericht vorgelegt. 158 Handlungsempfehlungen zeigen darin, wie Wasserversorgung, Hochwasserschutz und Infrastruktur langfristig sicherer und widerstandsfähiger werden können.
Wasser ist eine unserer wichtigsten Lebensgrundlagen. Wir müssen dafür sorgen, dass es auch in Zukunft in ausreichender Menge und guter Qualität zur Verfügung steht – und gleichzeitig unsere Städte und Gemeinden besser gegen Starkregen und Hochwasser schützen.
Die Herausforderungen sind vielfältig. Einen generellen Wassermangel erwartet die Kommission für Nordrhein-Westfalen zwar nicht, allerdings wird Wasser über das Jahr zunehmend ungleich verteilt. Trockenperioden und niedrige Pegelstände auf der einen Seite treffen auf Starkregen und Hochwasser auf der anderen. Gerade im Sauerland war dies zuletzt unmittelbar spürbar: Wegen niedriger Pegelstände unter anderem von Ruhr und Lenne musste die Bezirksregierung Arnsberg in diesem Sommer die Wassernutzung zeitweise einschränken.
Ein Schwerpunkt liegt deshalb auf einer leistungsfähigen Wasserinfrastruktur. Viele Leitungsnetze stammen aus den 1950er- bis 1970er-Jahren und müssen in den kommenden Jahrzehnten modernisiert werden. Nach den Berechnungen im Abschlussbericht besteht allein für Nordrhein-Westfalen bis 2045 ein Investitionsbedarf von rund 110 Milliarden Euro.
Zu den Vorschlägen der Kommission gehören außerdem ein landesweites digitales Wasserversorgungskonzept, eine bessere Datengrundlage über Grundwasserbestände und Wasserbilanzen sowie sogenannte Schwammstädte und Schwammlandschaften. Dazu soll das Regenwasser stärker vor Ort gespeichert und versickert werden, statt möglichst schnell abzufließen.
Wir müssen Wasser künftig stärker dort halten, wo es fällt, unsere Infrastruktur modernisieren und gleichzeitig dafür sorgen, dass unsere Kommunen die notwendigen Investitionen auch stemmen können. Die 158 Empfehlungen sind deshalb kein Schlusspunkt. Sie sind eine wichtige Grundlage für die politische Arbeit der kommenden Jahre. Entscheidend ist jetzt, aus den Erkenntnissen konkrete Maßnahmen zu machen.