Altersgrenzen für Internetzugang gefordert.
Soziale Medien sind aus dem Alltag junger Menschen nicht mehr wegzudenken. Sie bieten enorme Chancen für Information, Austausch und persönliche Entfaltung – bergen zugleich aber auch erhebliche Risiken. Kinder und Jugendliche können dort ungeschützt mit Gewalt, Desinformation oder ungeeigneten Inhalten konfrontiert werden. Auch Cybermobbing, Cybergrooming und suchtverstärkende Mechanismen stellen wachsende Herausforderungen dar.
Soziale Medien sind Möglichkeitsraum und Gefahrenraum zugleich. Unser Ziel muss es sein, Kinder und Jugendliche wirksam zu schützen, ohne ihnen die Chancen der digitalen Welt zu nehmen. Aktuelle Studien zeigen, dass ein erheblicher Teil der jungen Menschen soziale Netzwerke in problematischem Ausmaß nutzt. Wer digitale Plattformen betreibt und daran verdient, muss auch Verantwortung übernehmen. Kinder- und Jugendschutz darf kein freiwilliges Zusatzangebot sein.
Ein wichtiger Schritt ist bereits gemacht: Mit dem reformierten Jugendmedienschutzstaatsvertrag wurden bestehende Regelungen weiterentwickelt. Dennoch sehe ich weiteren Handlungsbedarf – insbesondere auf europäischer Ebene. Wir brauchen klare, verbindliche und altersgerechte Regeln für soziale Netzwerke in ganz Europa. Altersgrenzen dürfen nicht länger nur in den AGB stehen, sondern müssen technisch wirksam umgesetzt werden. Konkret sprechen sich die Fraktionen der CDU und von Bündnis 90/Die Grünen für ein dreistufiges Modell aus: Künftig sollen soziale Medien erst ab 14 Jahren zugänglich sein. Für Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren soll ein besonderer Sicherheitsmodus gelten – ohne suchtverstärkende Funktionen und mit erhöhtem Schutz. Erst ab 16 Jahren soll die reguläre Nutzung möglich sein.
Auch die Medienkompetenz spielt eine entscheidende Rolle. Sie ist eine Schlüsselqualifikation unserer Zeit. Nur wer versteht, wie digitale Angebote funktionieren, kann sie selbstbestimmt und sicher nutzen. Ein wirksamer Kinder- und Jugendschutz im digitalen Raum gelingt nur im Zusammenspiel aus klaren gesetzlichen Vorgaben, technischer Verantwortung der Anbieter und einer starken Medienbildung.