Bei der Gedenkveranstaltung für die im Nationalsozialismus ermordeten Mendener Sinti wurde deutlich: Eine lebendige Erinnerungskultur ist gerade heute unverzichtbar – und darf nicht für politische Zwecke missbraucht werden.
Die Gedenkveranstaltung für die im Nationalsozialismus ermordeten Mendener Sinti war ein würdiger und wichtiger Moment der Erinnerung. Gerade in einer Zeit, in der rassistische und antisemitische Tendenzen wieder sichtbarer werden, ist eine lebendige Erinnerungskultur unverzichtbar. Dies brachte auch Staatssekretär Dr. Bernd Schulte in seiner Rede zum Ausdruck.
Umso befremdlicher ist es, wie die sogenannte AfD diese Veranstaltung im Nachhinein für ihre eigene politische Agenda instrumentalisiert. Wer sich selbst zum Opfer stilisiert und relativierende Aussagen über den Nationalsozialismus aus den eigenen Reihen duldet und fördert, kann nicht glaubwürdig beanspruchen, Hüter der Erinnerungskultur zu sein.
Besonders bemerkenswert waren die Worte der Schülerinnen und Schüler. „Alle gehören dazu“ und „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ – diese Botschaften treffen den Kern dessen, worum es beim Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus geht: um Menschlichkeit, Respekt und Verantwortung.
Diese Werte sind nicht verhandelbar. Sie stehen im Zentrum unseres Grundgesetzes und unserer demokratischen Kultur.
Gerade deshalb gilt: Erinnerung verpflichtet. Und sie verpflichtet uns dazu, jeder Form von Geschichtsrelativierung, Ausgrenzung und Extremismus entschieden entgegenzutreten.