Salim Kuzu leert seit mehr als 30 Jahren die Tonnen in Neuenrade – und denkt trotz erreichtem Rentenalter noch lange nicht ans Aufhören. Ein Besuch auf seiner Tour durch Affeln und Altenaffeln.
Als kleiner Junge saß ich oft am Fenster im Haus meiner Großeltern und beobachtete fasziniert die Müllwerker bei ihrer Arbeit: wie sie die schweren Tonnen zum Müllwagen zogen, sie mit viel Muskelkraft entleerten und anschließend hinten auf der Plattform stehend zur nächsten Straße mitfuhren. Für mich damals ein ziemlich spannender Anblick.
Fast 40 Jahre später durfte ich nun zum ersten Mal selbst in einem Müllfahrzeug mitfahren. Natürlich nicht mehr hinten auf der Plattform, sondern im Führerhaus eines modernen, vollautomatisierten Seitenladers.
Mitgenommen hat mich Salim Kuzu, der seit mehr als 30 Jahren in Neuenrade für die Müllabfuhr unterwegs ist. Gemeinsam ging es auf seine Tour durch Affeln und Altenaffeln.
Rund 450 blaue Tonnen mit Altpapier warteten an diesem Vormittag darauf, geleert zu werden. Dabei bekam ich nicht nur einen spannenden Einblick in die Abläufe und die Technik eines modernen Müllfahrzeugs, sondern erlebte vor allem, wie gern Salim Kuzu seinen Beruf auch nach mehr als drei Jahrzehnten mit bemerkenswerter Freude und Begeisterung ausübt.
Salim kennt die Straßen von Neuenrade und seinen Ortsteilen wie seine Westentasche. Eigentlich hat er das gesetzliche Rentenalter längst erreicht – ans Aufhören denkt er aber noch lange nicht. Bestens gelaunt sitzt er weiterhin hinter dem Steuer und sorgt Tag für Tag dafür, dass die Tonnen zuverlässig geleert werden. Und auch nach Feierabend ist sein Engagement nicht vorbei: Als Ratsmitglied der CDU Neuenrade bringt er sich ehrenamtlich für seine Heimatstadt ein.
Die Müllabfuhr gehört zu den Dingen, die wir im Alltag ganz selbstverständlich voraussetzen. Die Tonne steht morgens an der Straße und ist später leer. Wie viel Arbeit, Erfahrung und Verlässlichkeit dahinterstecken, wird einem häufig erst bewusst, wenn man selbst einmal dabei sein darf.
Danke, Salim, für deine Arbeit, deine ansteckend gute Laune und dafür, dass ich dich einen Vormittag lang begleiten durfte! Und natürlich auch ein herzliches Dankeschön an REMONDIS, dass dieser interessante Blick hinter die Kulissen möglich war.