Superintendent Dr. Christof Grote trifft den heimischen Landtagsabgeordneten Matthias Eggers.
Zu einem intensiven Austausch haben sich Superintendent Dr. Christof Grote vom Evangelischen Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg und der Landtagsabgeordnete Matthias Eggers im Haus der Evangelischen Kirche in Lüdenscheid getroffen. Das Gespräch war bei der Freigabe der A-45-Talbrücke verabredet worden und diente dazu, aktuelle Herausforderungen sowie gemeinsame gesellschaftliche Anliegen zu beleuchten.
Matthias Eggers ist direkt gewählter Abgeordneter für den Märkischen Kreis II im nordrhein-westfälischen Landtag. Innerhalb der CDU-Landtagsfraktion verantwortet er die Kontakte zur Evangelischen Kirche. Sein politischer Fokus liegt auf den Bereichen Kultur und Medien sowie Heimat und Kommunales und umfasst insbesondere auch die Stärkung von Familien, Bildungseinrichtungen und gesellschaftlichem Zusammenhalt.
Ein wesentlicher Gesprächspunkt war die laufende Reform des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz). Superintendent Grote schilderte die besondere Belastung für kirchliche Träger, die den geforderten Eigenanteil von 10,3 Prozent dauerhaft kaum stemmen könnten. Zwar unterstützen viele Kommunen ihre Träger freiwillig, doch verbleibt jährlich ein Eigenanteil von über einer Million Euro an Kirchensteuermitteln. Hinzu kommt, dass die freiwilligen kommunalen Zuschüsse angesichts des wachsenden finanziellen Drucks vieler Städte und Gemeinden zunehmend an Grenzen geraten. Gleichzeitig führen notwendige Einzelverhandlungen vor Ort zu teils erheblichen Unterschieden – von einer vollständigen Übernahme des Trägeranteils bis hin zu keinerlei Unterstützung. „Unsere Kitas sind zentrale Orte der frühen Bildung und Wertevermittlung. Damit sie diesen Auftrag weiterhin zuverlässig erfüllen können, brauchen wir eine solide und verlässliche Finanzierungsgrundlage. Das derzeitige Modell stellt viele Träger jedoch vor kaum lösbare Herausforderungen“, so Christof Grote.
Matthias Eggers verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass die Mittel für die frühkindliche Bildung deutlich ausgeweitet wurden. So investiert das Land im Jahr 2026 rund 6,2 Milliarden Euro – ein Rekordwert und etwa doppelt so viel wie noch vor zehn Jahren. Das Niveau der Kindpauschalen bleibt erhalten, zudem sollen Personalkostensteigerungen künftig früher ausgeglichen werden. Bis 2027 ist gemeinsam mit den Trägern die Entwicklung eines neuen, kindbezogenen Finanzierungssystems vorgesehen. Für die Übergangsphase stellt das Land jährlich zusätzlich 200 Millionen Euro für Transformationskosten bereit. Darüber hinaus sind in den kommenden Jahren 1,5 Milliarden Euro für Investitionen in Kitas eingeplant. Ergänzt wird dies durch eine Personal- und Ausbildungsoffensive, für die jährlich mindestens 50 Millionen Euro bereitgestellt werden, um Fachkräfte zu gewinnen und im System zu halten. Gleichzeitig hält das Land am Prinzip eines Trägeranteils fest, um die gemeinsame Verantwortung von Land, Kommunen und freien Trägern zu gewährleisten.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Frage der Werteorientierung in einer zunehmend pluralen Gesellschaft. Christliche Werte wie Nächstenliebe, Verantwortung, Demokratie und Menschenwürde wurden dabei als tragende Säulen des Zusammenlebens hervorgehoben – darin bestand große Einigkeit.
Beide Gesprächspartner betonten zudem die besondere Rolle der Schulen als Orte, an denen junge Menschen erreicht und geprägt werden. Die Sorge um gesellschaftliche Polarisierung und den möglichen Verlust gemeinsamer Grundlagen wurde ausdrücklich geteilt.
„Gerade in einer Zeit, in der sich gesellschaftliche Rahmenbedingungen spürbar verändern, halte ich den engen Dialog zwischen Politik und Kirche für unverzichtbar. Die Kirchen leisten einen großen Beitrag für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, für soziale Verantwortung und für die Begleitung vieler Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen. Umso wertvoller ist es, miteinander im Gespräch zu bleiben und Perspektiven auszutauschen“, bilanzierte Matthias Eggers das Treffen.
Pressemitteilung, 26. März 2026