KiBiz-Reform stärkt frühkindliche Bildung in NRW

Wichtigstes Ziel: Die Kita muss geöffnet bleiben.

Kinder brauchen Geborgenheit, gute Bildung und vor allem eine verlässliche Betreuung. Die Situation in den Kitas bleibt landesweit herausfordernd. Es darf nicht mehr passieren, dass Einrichtungen von jetzt auf gleich schließen müssen.

In den vergangenen 15 Jahren ist die frühkindliche Bildung in Nordrhein-Westfalen stark gewachsen. Seit 2010 ist die Zahl der Betreuungsplätze von rund 532.000 auf 691.000 gestiegen – ein Plus von 30 Prozent. Gleichzeitig ist das Personal von 92.300 auf 174.500 Beschäftigte angewachsen, nahezu 90 Prozent mehr. Auch die Landesmittel wurden nahezu verfünffacht: Allein seit 2016 stiegen sie von 2,5 Milliarden Euro auf 6,2 Milliarden Euro. Klar ist aber auch: Mehr Geld allein reicht nicht aus, um alle Herausforderungen zu lösen.

Genau hier setzt die Reform des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) an. Die Reform greift die aktuellen Probleme auf und setzt die richtigen Schwerpunkte. Ziel sind mehr finanzielle Sicherheit für die Träger, gut ausgebildetes Personal, mehr Flexibilität im Kita-Alltag und verlässliche Rahmenbedingungen für Eltern, die sich darauf verlassen müssen, dass die Kita geöffnet ist. Der Gesetzentwurf wurde in enger Abstimmung mit den Verbänden erarbeitet und in den Landtag eingebracht. Mit den Beratungen in den zuständigen Fachausschüssen beginnt nun das parlamentarische Verfahren.

Für das Haushaltsjahr 2026 sind über 6 Milliarden Euro für die frühkindliche Bildung vorgesehen – so viel wie noch nie.

Zusätzlich stellt das Land jährlich 50 Millionen Euro für eine Personaloffensive bereit. Neben der Finanzierung der Transformationskostenpauschale ab dem 1. August 2027 mit jährlich 200 Millionen Euro werden bereits für das am 1. August 2026 beginnende Kita-Jahr pauschal 200 Millionen Euro als freiwillige Leistung zur Verfügung gestellt. Hinzu kommen 1,5 Milliarden Euro für Investitionen außerhalb des KiBiz sowie ein Ausgleich für steigende Personalkosten. Wichtig bleibt zudem die Sonderförderung von bis zu 15.000 Euro für eingruppige Einrichtungen, die vor 2007 gegründet wurden – sie sichert Trägervielfalt und Planungssicherheit.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Personal. Die praxisintegrierte Ausbildung zum Kinderpfleger wird in das KiBiz aufgenommen, die Ausbildung zum Erzieher weiter gestärkt. Für die Aus- und Fortbildung von Kindertagespflegepersonen stellt das Land rund 1 Million Euro bereit. Auch das Kita-Helfer-Programm wird dauerhaft verankert, um Fachkräfte zu entlasten.

Für Eltern bringt die Reform mehr Verlässlichkeit im Alltag. Künftig können Träger freiwillig Kern- und Randzeiten festlegen. Die Kernzeit beträgt mindestens fünf zusammenhängende Stunden täglich, finanziert werden weiterhin neun Stunden pro Tag. Ziel ist es, Schließzeiten zu reduzieren und Betreuung besser planbar zu machen. Mit den neuen Chancen-Kitas werden Einrichtungen in besonders herausfordernden Sozialräumen gezielt unterstützt. Gleichzeitig bleibt Inklusion ein zentrales Ziel. Die Standard-Gruppengrößen bleiben unverändert, nur in klar begrenzten Ausnahmefällen sind vorübergehende Überschreitungen möglich.

Die KiBiz-Reform verbindet höhere Investitionen mit mehr Qualität und Flexibilität. So entstehen verlässliche Betreuung, faire Chancen für Kinder und mehr Planungssicherheit für Familien und Träger. Entscheidend ist: Kita muss stattfinden.

You are currently viewing KiBiz-Reform stärkt frühkindliche Bildung in NRW